Auf diesem Segeltörn überqueren wir den Atlantik von West nach Ost, von Guadeloupe in der Karibik bis nach Horta auf den Azoren. Für viele Segler ist diese Überquerung ein einmaliges Erlebnis, das Crew und Yacht seglerisch einiges abverlangt und genau deshalb so viel zurückgibt.
Wie auf allen unseren Segeltörns starten wir mit unserem Training Day inklusive Person-über-Bord-Übung, damit die Crew vom ersten Tag auf See an sicher zusammenarbeitet. Auf der Passage lösen sich die Wachen Tag und Nacht ab und die Crew steht abwechselnd an Steuer und Segeln. Mit jedem Tag wächst so eine Crew zusammen, die die Überquerung gemeinsam meistert. Das Miteinander an Bord wird dabei zu einem prägenden Teil dieser Erfahrung.
Anders als auf der Passatroute nach Westen bestimmen auf dem Weg zu den Azoren vor allem Tiefdruckgebiete das Wetter. Wir rechnen mit mehr und stärkeren Tiefs, deren Zugbahnen zu dieser Jahreszeit noch weiter südlich verlaufen können. Das macht die Wetternavigation auf dieser Passage besonders spannend. Gemeinsam verfolgen wir die Entwicklung der Tiefs und wählen unseren Kurs so, dass wir starkem Wind und hohem Seegang möglichst ausweichen. Mit jeder Seemeile nach Norden wechselt dabei das Klima, von tropischer Wärme hin zu frischerer Luft rund um die Azoren. Für die Umwege um die Tiefs haben wir mit einer längeren Distanz gerechnet und zusätzliche Tage als Reserve eingeplant. Zusammen mit dem Training Day sowie dem Check-In- und Check-Out-Tag kommen wir auf 27 Tage, mit genug Spielraum, um verantwortungsbewusst auf das Wetter zu reagieren, statt gegen die Uhr zu segeln.
Kommen wir wie erwartet früher an, bleibt Zeit für Horta, den legendären Seglerhafen auf Faial. Seine Mauern sind voller bunter Wandmalereien von Crews, die den Atlantik vor uns überquert haben. Mit unserer Ankunft gehören auch wir dazu. Auf Faial warten außerdem Vulkanlandschaften und eine üppige Natur, die wir an Land erkunden.