Dieser Segeltörn beginnt mitten in London und endet im Solent. Auf rund 400 Seemeilen erwarten uns anspruchsvolle Gezeitennavigation, einer der verkehrsreichsten Seewege der Welt und je nach Wetter die Überquerung des Ärmelkanals nach Frankreich. Wer Navigation unter echten Bedingungen erleben will, findet kaum ein besseres Seegebiet.
Unser Starthafen ist St. Katharine Docks, direkt neben der Tower Bridge im Herzen Londons. Von hier aus folgen wir der Themse 40 Seemeilen bis zur Mündung und navigieren dort zwischen Sandbänken hindurch. Strategisch günstig auf unserem Weg liegt Chatham, ein guter Ort für einen ersten Zwischenstopp. Danach geht es hinaus in den Englischen Kanal.
Auf diesem Segeltörn geben die Gezeiten den Takt vor. In der Themse, im Englischen Kanal und später im Solent richten wir uns oft streng nach dem Tidenstrom. Bei Dover ist zudem das Verkehrsaufkommen extrem hoch und zwischen den zahlreichen Verkehrstrennungsgebieten zählen präzise Navigation und eine aufmerksame Wache. Zieht ein Tiefdruckgebiet mit starkem Südwestwind durch den Ärmelkanal, müssen wir genau hier kreuzen. Die engste Stelle wird dann zum Nadelöhr, das volle Konzentration von der ganzen Crew verlangt. Mit solchen Starkwind-Szenarien gehen wir verantwortungsbewusst um und planen unsere Etappen gemeinsam an Bord nach Wind und Gezeiten. Wie weit wir nach Westen kommen und welche Häfen wir an der französischen Küste anlaufen, entscheidet der Wind.
Auf längeren Etappen segeln wir im Wachsystem auch durch die Nacht. Die längste Etappe kann dabei rund 150 Seemeilen lang sein. Du stehst selbst am Steuer, planst die Navigation mit und übernimmst gemeinsam mit der Crew Verantwortung an Deck. Dass das richtig Spaß macht, liegt auch an der SY Imagine. Die sportliche JV53 mit Carbon-Rigg ist schnell bei leichtem Wind und bleibt sicher, wenn es mehr wird. Gerade bei der Gezeitennavigation ist ihr Tempo ein Vorteil, denn so nutzen wir die Zeitfenster der Gezeiten bestmöglich aus.
In der Normandie bieten sich Dieppe, Le Havre oder Cherbourg für einen Landfall an. Mit etwas Glück finden wir auf dem Markt frische Austern, die wir an Bord genießen. Ein Stopp in Frankreich bedeutet auch, dass wir davor und danach länger am Stück segeln. So entsteht genau der Ausgleich aus Etappen auf See und Landgängen, der diesen Segeltörn ausmacht. Zum Abschluss wartet der Solent, der als eines der anspruchsvollsten Seegebiete der Welt gilt. Auf engem Raum treffen hier starke Tidenströme auf große Gezeitenunterschiede und wir spielen Lehrbuchsituationen durch, die du sonst nur aus der Theorie kennst. Häfen wie Yarmouth oder Cowes bieten sich dabei als Zwischenstopps an.